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Wie eine Abteilung zu ihrem Namen kommt:
Ein
Grünstreifen zwischen der Luxemburger Strasse und der Triftstrasse
durchschneidet unsere Abteilung und gibt ihr zugleich den Namen. Auf
diesem Grünen Dreieck befinden sich neben einer Laubenkolonie und einem
ziemlich hässlichen Parkhaus auch die Weddinger Kinderfarm und der
Abenteuerspielplatz Telux, zwei wichtige Freizeitangebote für die Kids
in unserem Abteilungsgebiet, die zugleich politisch von Bedeutung sind.
Der Telux wurde in den 70er Jahren als selbst verwaltete Jugendzentren
en vogue waren, von den Vorvätern unserer Abteilung initiiert und
eigenhändig aufgebaut. Die Weddinger Kinderfarm mit einer faktischen
Ganztagsbetreuung vor allem für Mädchen, wird von einem freien Träger
unterhalten. Sie hängt aber, mindestens was das qualitative
pädagogische Angebot betrifft, am Finanztropf des Bezirksamts. Und um
dieses Geld zu sichern, hat in der Vergangenheit unsere Abteilung so
manchen (vergeblichen) Kampf mit unseren Parteioberen ausgetragen.
Wer wir sind: Unsere
Mitglieder sind vergleichsweise jung, gleichzeitig ist aber durch
zahlreiche Weg- und Zuzüge die Fluktuation ziemlich groß. Zwei unserer
fünf Kreisdelegierten sind Migranten und das kommt nicht von ungefähr.
Denn in unserem Abteilungsbereich sind mehr als ein Drittel der
Bevölkerung Migranten und mindestens ansatzweise spiegelt sich das auch
in unserer Mitgliedschaft wider.
Ein
wenig ist das auch Ergebnis der Arbeit der lokalen SPD, die in den
Vereinen und Initiativen im Kiez ziemlich stark verankert ist. Dass von
den ca. 120 Mitgliedern unserer Abteilung überdurchschnittlich viele
Genossinnen und Genossen aktiv sind, hängt sicherlich mit den
politischen Themen und Aktivitäten zusammen, die wir übers Jahr
behandeln bzw. initiieren.
In
den Zeiten, als die SPD noch Flügel hatte, da hielt unsere Abteilung in
der Weddinger SPD ziemlich allein den linken Flügel in Bewegung. Mit
der Einsamkeit ist es mittlerweile vorbei, mit dem heftigen
Flügelschlagen allerdings auch. Mitglieder unserer Abteilung gestalten
heute an führender Stelle die Politik im Bezirk Mitte. Dagmar Hänisch
ist Stadträtin für Bildung. Kultur und Sport. Martina
Matischok-Yesilcimen ist die Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft
und Arbeit in der BVV Mitte und Karl-Heinz Schneider-Bodenbender leitet
den Arbeitskreis Soziale Stadtentwicklung im SPD-Kreisvorstand Mitte.
Wo wir leben und Politik machen: Nördlich
vom Grünen Dreieck, auf der anderen Seite der Luxemburger Strasse,
liegt das Brüsseler Viertel, ein Kiez der im wesentlichen von
Genossenschaftswohnungen geprägt ist. In den 30er Jahren gab es hier
eine der aktivsten SPD-Widerstandsgruppen gegen die Nazis in Berlin.
Südlich des Grünen Dreiecks beginnt der Sprengelkiez mit dem Sparrplatz
und dem Nordufer, der Weddinger Ausflugsmeile. Auf nur 55 Hektar dicht
bebauter Fläche leben hier 15 000 Menschen. Schon früh war der
Sprengelkiez ein Sanierungsgebiet und 1999 ist hier vom Senat ein
Quartiersmanagement eingerichtet worden. Das bringt u.a. zusätzliches
Geld, um das Wohnumfeldzu verbessern in einem Kiez, der in hohem Maße
von Arbeitslosigkeit betroffen ist und wo das durchschnittliche
Haushaltseinkommen weit geringer ist als in Gesamtberlin. Schließlich
ist unser Abteilungsbereich das Weddinger Studentenviertel. Hier
befinden sich die Technische Fachhochschule, das Virchow-Klinikum sowie
drei Studentenwohnheime.
Die politischen Koordinaten: Wenn
man sich an den Wahlergebnissen der letzten Jahre orientiert, dann
gehört unser Abteilungsbereich zu den rot-grünen Hochburgen und
letzthin hat sich auch die PDS hier an der Wahlurne als politische
Kraft erwiesen. Von den Kiezproblemen bis zur Weltpolitik: Eine
Auswahl unserer Themen bei den Mitgliederversammlungen Die Zukunft der
Müllerstrasse Die Bilanz des Quartiersmanagments Sparrplatz Was bringt
lokale Beschäftigungspolitik? Wieviel Kultur braucht der neue Bezirk?
Die Themen Schule und Bildung standen gleich mehrmals auf der
Tagesordnung
... genauso wie
die SPD-Parteireform oder schon im Vorgriff auf die rot-rote Koalition
unser Verhältnis zur PDS mit einer Analyse der PDS aus dem
SPD-Bundesvorstand und einem Streitgespräch zwischen dem
SPD-Vorsitzenden von Pankow und dem PDS-Bürgermeister von
Hellersdorf-Marzahn
Der
Kosovo-Krieg, die Reform der Bundeswehr sowie eine kritische Bilanz der
rotgrünen Aussen- und Sicherheitspolitik runden die Themenpalette ab.
Neue Themen für zukünftige Mitgliedersammlungen sind die Biopolitik und
die Rolle von ATTAC, der wichtigsten Organisation der
Globalisierungskritiker.
Aktionen, die Spaß machen und uns zusammen halten: Das Neujahrsessen (in einem Restaurant im Abteilungsbereich) jeweils an einem Freitag im Januar
Die gemeinsame 1.-Mai-Demonstration und danach die Biergartensession
Das Spaghetti-Essen im Herbst im Nachbarschaftsladen und vor allem
unser großes Strassenfest im Sommer. Seine Vorbereitung macht zwar
viel, viel Arbeit, so dass wir sie nicht jedes Jahr Schultern können.
Aber die Resonanz des Fests, auf dem sich viele Initiativen und Gruppen
vorstellen, ist so groß, dass wir uns hinterher zwar immer ausgepowert
aber auch zufrieden fühlen.
Was wir aktuell bewegen und verändern: Wir
machen gerade das Nordufer, die wohl schönste Strasse in unserer
Abteilung, dicht für den wachsenden Verkehr und attraktiver für die
Anwohner und Besucher.
Euer Johannes Berger
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